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Daß Jesus mit offenem Herzen vom Balkon auf die Passanten des Corso Vittorio Emmanuele herunterblickt, hat mich beim Flanieren in Palermo stutzen lassen.

Die elegante Dame mit dem Herz in der Hand und dem Kind an der Seite stellt die Liebe dar. Sie ist ein Werk Giacomo Serpottas (1656 - 1732). Der hierorts weithin unbekannte Künstler hat viele Kirchen und Oratorien Palermos ausgeschmückt.

Auch das Bogenfeld stammt von dem „Mozart der Stuckateure“, wie ihn ein Kritiker nennt: Der Engel flankiert mit seinen eifrig helfenden kleinen Brüdern das Wappen des Heiligen Geistes und deutet mit dem Herzen in der Rechten dessen Wesen.

Der immergrüne Efeu stand in der Antike für Ewigkeit und Liebe. Im Mittelalter finden wird das gleichfalls herzförmige Lindenblatt als Schmuck verwendet. Liegt in ihnen  der Ursprung der Herzsymbolik? Der Siegeszug zum universalen Zeichen der Liebe setzt in der Renaissance ein.

Das Herz verbindet Himmel und Erde. Was Evangelien und Legenden wortreich erzählen, faßt es in einem Zeichen zusammen, das jeder versteht. Die  Bilder wurden in Kirchen Siziliens aufgenommen.

Das Ornament umspielt die Herzform. Der Schöpfer des Cembalos aus dem  17. Jahrhundert (Instrumentensammlung des KHM Wien) wie der Schmied der Toreinfahrt in Palermo wollten das Gleiche zeigen: daß sie nicht nur mit ihren Händen, sondern mit ihrem Herzen bei der Arbeit waren.